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Norwegische Folklore

Norwegische Folklore

Text: Stine StamlandVeröffentlicht 25.10.2022

Gemäß der norwegischen Folklore gibt es viele gruselige und mysteriöse Kreaturen, denen Sie in der norwegischen Natur begegnen können. Vielleicht möchten Sie auf der Suche nach der Seeschlange einen Abstecher nach Seljord machen?

1. Huldra

In den tiefen norwegischen Wäldern können Sie sich Berichten zufolge auf Huldra treffen. Sie ist ein junges, schönes Mädchen mit langen, dichten goldenen Haaren und einem Kuhschwanz. Seit Jahrhunderten lockt und überwältigt sie Männer da draußen im Wald, stiehlt Kinder oder tauscht sie gegen ihre eigenen aus. Diese Kinder werden Wechselbälger genannt, und früher wurden Krankheiten bei Kindern oft damit erklärt, dass sie Wechselbälger von Huldra wären.♀️Huldra kann Unglück bringen, aber sie kann auch jenen,sich im Wald verirrt haben, helfen und sie trösten. Möchtest du Huldra auf einer Wandertour in den Bergen treffen?

2. Nøkk

Der Nøkk ist ein leicht gruseliger, männlicher Wassergeist, der in norwegischen Flüssen und Teichen lebt. Der Nøkk in vielen verschiedenen Gestalten erscheinen. Normalerweise versucht er, Menschen anzulocken, um sie zu ertränken. Im Volksglauben ist er oft beängstigend und bösartig, aber er kann auch traurig und einsam sein. Wahrscheinlich wurde der Nøkk ersonnen, um die Gefahren des Wassers zu beschreiben. Aber Sie möchten ihm vermutlich dennoch nicht nach Einbruch der Dunkelheit begegnen, oder?

3. Draugr

Entlang der gesamten Küste Norwegens werden Geschichten über die gefährlichen Draugr erzählt. Die Legende besagt, dass ein Draug der Geist eines toten Fischers ist, dessen Leiche auf dem Meer trieb. Er hat Tang auf dem Kopf und fährt in einem halben Boot mit stacheligen Segeln. Und man möchte ihm wirklich nicht da draußen in den Wellen begegnen🙅🏻. Sein Anblick ist ein Vorbote des Todes und ein Draug versucht auch, jene, denen er begegnet, in die Tiefe zu ziehen. Vielleicht unternimmt man seine Bootstour am besten bei Tageslicht.

4. Stallwichtel

Alle norwegischen Farmen haben ihren eigenen Stallwichtel. Sie leben in den Nebengebäuden und ihre Aufgabe ist es, sich um den Hof sowie um alle Tiere zu kümmern. Der Stallwichtel wird oft als kleiner Mann beschrieben, nicht größer als ein Pferdekopf. Er hat einen langen Bart und trägt graue Kleidung sowie eine rote Weihnachtsmütze. Der Stallwichtel bekommt aulles mit, was auf der Farm so geschieht, ist aber für uns Menschen🫥 meist völlig unsichtbar Dachtest du, Wichtel gäbe es nur zu Weihnachten?

5. Trolle

Du dachtest wohl, Trolle seien nur die großen, etwas dummen und gefährlichen Riesen aus den berühmten norwegischen Volksmärchen? Tatsächlich gibt es Trolle in allen möglichen Größen, von riesigen Bestien bis hin zu kleinen Wichteln und Zwergen. Allen gemein ist, dass sie in unzugänglicher und unberührter Natur leben, oft in Höhlen in den Bergen.⛰ Sie wagen sich nur bei Einbruch der Dunkelheit aus ihren Höhlen und müssen schnell wieder zurück in die Berge eilen, bevor die Sonne aufgeht – sonst zerbersten sie.

6. Kobolde

In vielen norwegischen Dörfern spricht man noch immer von Kobolden als einem unterirdischen kleinen Volk, das den Menschen ähnelt. Früher war es in einigen Gegenden üblich, den Kobolden samstags Bier und Lefse (norwegisches Fladenbrot) zu opfern, weil die Kobolde als Schutzgeister für das Wohlergehen und Gedeihen der Gegend angesehen wurden. Wenn man so leichtsinnig war, die Kobolde nicht zu fragen, ob man irgendwo leben durfte, konnten sie sich rächen, indem sie Unfug trieben. Normalerweise galten Kobolde aber nützliche Wesen für den Menschen.

7. Der Trollwald (Trollskogen)

Wenn du in Bergen eine Tour zum Fløyen machst, gibt es hinter dem Fløistuen Café oben auf dem Gipfel einen aufregenden und geheimnisvollen Wald: den Trollwald (Trollskogen). Hier können die Kinder auf Entdeckungsreise gehen und ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Entlang des Weges tauchen eine Reihe von Trollen und Hindernissen auf, die es zu überwinden gilt. Im Trollwald ist alles bereit für einen erlebnisreichen Tag für Jung und Alt.

8. Entführung in die Berge/Margit Hjukse

Früher hatten viele Menschen in Norwegen große Angst, von unterirdischen Wesen gefangen genommen zu werden, die die Menschen in die Bergebrachten. Eine der berühmtesten Entführungslegendenstammt aus der Telemark und handelt von Margit Hjukse, einem jungen Mädchen, das auf dem Weg in die Kirche entführt wurde. Wenn du Sauherad in der Telemark besuchst, kannst du den Berg sehen, auf dem Margit der Geschichte zufolge gefangen gehalten wurde. Die ganze Geschichte erfährst du, wenn du dir den norwegischen Folksong über Margit Hjukse anhörst.

9. Die Seeschlange

In der Mitte der Telemark liegt der See Seljordsvannet, der ein großes Geheimnis birgt. Seit über 250 Jahren behaupten Menschen, ein großes schlangenähnliches Tier im Seljordsvannet gesehen zu haben. Die Seljordschlange wurde Selma getauft und wenn Sie einen Ausflug nach Seljord unternehmen, gibt es für all jene, die nach der mysteriösen Kreatur Ausschau halten möchten, viele Aussichtspunkte. Was genau verbirgt sich eigentlich unter der Wasseroberfläche?

10. Der Rittersprung (Ridderspranget)

Der Rittersprung (Ridderspranget) ist eine enge Schlucht des Flusses Sjoa in Jotunheimen. Es heißt, ein Ritter habe ein schönes Mädchen geraubt und wurde von jenen gejagt, die es zu retten versuchten. Als sie diese tiefe Schlucht erreichten, sprang der Ritter mit seinem Pferd und dem Mädchen über das rauschende Wasser und verschwand sodann mit dem schönen Mädchen. Den Ridderspranget kannst du auch heute noch besuchen, aber wir empfehlen, ihn nicht zu überspringen!

11. Folgefonna

Folgefonna ist einer der berühmtesten Gletscher Norwegens. Aber wussten Sie, dass der Gletscher gemäß dem norwegischen Volksglauben aufgrund der Hybris der Menschen entstanden ist? Es heißt, diese Region wäre früher ein fruchtbares Tal namens Folgedalen gewesen, in dem es sieben Kirchen gab.⛪️Aber die Menschen benahmen sich so schlecht, dass Gott zehn Wochen lang ohne Unterlass Schnee und Schneeregen herabgehen ließ! Und seither haben sich Schnee und Eis zu dem großen Gletscher aufgetürmt, der heute der Folgefonna ist. Früher konnte man in der Gegend um Folgefonna angeblich viele kleine Vögel in allen Farben des Regenbogens beobachten. Die Leute dachten, dies müssten die Seelen der verdammten Bewohner des Folgedalen sein.

12. Der starke Nils (Sterke-Nils)

Ein Großteil der norwegischen Folklore hat ihren Ursprung in der Telemark und gleich an mehreren Orten kannst du noch Spuren von Sterke-Nils finden. Es war ein riesiger Kerl aus Seljord, der angeblich mit Stutenmilch großgezogen wurde. In Seljord soll er den 570 kg schweren Stein in der Seljord-Kirche gehoben haben, und in Vrådal soll er den 75 Kilogramm schweren Stein „Klypelyftsteinen“nur mit der Faust hochgehoben haben. Das klingt unglaublich, aber Serke-Nils gab es wirklich. Er wurde um 1720 geboren und lebte bis etwa 1800. Es ist denkbar, dass er ein besonders kräftiger Kerl war, aber 570 Kilo – das glauben wir nicht.